Kurze, allgemeine
Informationen über Honigbienen.
Wird von Bienen gesprochen meint
man fast immer Honigbienen. Es gibt aber bei uns über 500 Arten Bienen. Diese
(Wild-) Bienen leben solitär, also einzeln und bilden keine Staaten. Staaten mit einigen
hundert, oder auch mehr Induvidien bilden einige Wespenarten und Hummeln, sie
sind sozial hoch entwickelte Gemeinschaften. Der Unterschied zur Honigbiene
besteht darin das die Honigbiene als Volk überwintert, die Hummel- und
Wespen-Völker im Herbst absterben und nur die neuen Königinnen überwintern (sie
gründen im Frühjahr den neuen Staat).
Die bei uns lebende Honigbiene hat nach der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren ganz Europa besiedelt. Um in diesen Breitengraden zu überleben nistet sie in Höhlen (meist Baumhöhlen) und legt, um die kalte Jahreszeit zu überstehen, einen Futtervorrat an. Dieser Vorrat ist der Honig (den der Mensch seit Jahrtausenden so liebt).
Das Bienenvolk besteht aus drei Wesen:
Die Königin als
Mutter, sie ist ein vollentwickeltes Weibchen, sie entsteht aus einem
befruchteten Ei in einer speziellen Zelle (Weiselzelle). Die aus dem Ei sich
entwickelte Made bekommt speziellen Futtersaft (Gelee Royal), dadurch
entwickeln sie die Geschlechtsorgane vollständig. Sie kann 4 Jahre alt werden.
8000 bis 80.000
Arbeiterinnen als Töchter, sind unterentwickelte Weibchen und entstehen aus
befruchteten Eiern. Sommerbienen werde 4 bis 6 Wochen alt, Winterbienen über ein
halbes Jahr.
500 bis 2000 Drohnen
als Söhne, sind voll entwickelte Männchen und entstehen aus unbefruchteten
Eiern. Sie gibt es nur ab Frühjahr bis Herbst.
Das Bienenvolk im Jahresverlauf
- wir sprechen hier immer von der bei uns
heimischen Honigbiene.
Winter
Das Bienenvolk (auch „Der Bien" genannt weil das Volk auch als Superorganismus
betrachtet wird) überwintert in einer Nisthöhle und bildet eine Wintertraube. In
dieser Zeit lebt es von den Vorräten die es im Sommer angelegt hat. Das ist der
Honig der in den Wabenzellen gespeichert ist, verschlossen mit Wachsdeckeln,
(wie kleine Konservendosen). Die Kugelform die von den Bienen gebildet wird hat
die geringste Wärmeabstrahlung. Im Inneren hält sich die Königin auf, die außen
sitzenden Bienen wandern langsam ins Innere um sich aufzuwärmen. Wärmeerzeugung
geschied durch Muskelbewegung. So verbringen sie den Winter bei geringer
Aktivität bis sich das Frühjahr durch die länger werdenden Tage ankündigt.
Frühling
Schon im Januar oder Februar beginnt das Bienenvolk die Temperatur im inneren
der Kugel auf über 30°C zu steigern und die Königin beginnt erste Eier zu legen.
An den ersten warmen Tagen fliegen die Bienen aus um ihre Kotblase zu entleeren
die sich im Winter gefüllt hat, man nennt das den Reinigungsflug. Je weiter das
Frühjahr fortschreitet um so mehr Pflanzen beginnen
zu blühen, das Bienenvolk entwickelt sich immer mehr. Bei den geschlüpften
jungen Bienen erwacht der Bautrieb und es werden neue Waben gebaut. Wachs
produzieren die Bienen in ihren Wachsdrüsen. Die Königin legt immer mehr Eier,
befruchtete und nun auch unbefruchtete Eier, aus welchen die männlichen Bienen
entstehen, die Drohnen. Es wird fleißig der Blütenstaub (Pollen) gesammelt, mit
Honig vermischt ist er das Bienenbrot, Nahrung für die Brut. Es wird nun soviel
Nektar gesammelt der zu Honig umgearbeitet (fermentiert) wird, so das Vorräte
angelegt werden können. So strebt das Volk seinem Höhepunkt entgegen.
Sommer
Bestand das Winter-Bienenvolk aus ca. 20.000 Bienen so sind es jetzt bis zu
70.000 Bienen darunter ca. 2000 Drohnen. Die geschlüpften Jungbienen betreuen
die Brut, bauen neue Waben, werden später Wächterbienen und dann Sammelbienen.
Kundschafterbienen informieren andere Bienen durch Tänze über neue Nahrungsquellen. Nach 4 Wochen haben sich die Arbeiterinnen zu Tode gearbeitet,
sterben an Erschöpfung, werden gefressen oder kehren vom Sammelflug nicht
zurück. Nun ist auch die Zeit der Fortpflanzung, der Vermehrung gekommen. Die
natürliche Vermehrung der Honigbiene geschieht durch das „Schwärmen“ Das
Bienenvolk hat sich bis zu seinem Höchststand entwickelt, es werden jetzt neue
Königinnen aufgezogen. Ist eine Königinnenzelle (das Volk legt mehrere Zellen
an) verdeckelt verlässt die alte Königin mit einem Teil des Volkes den
Bienenstock. Das neu geborene Volk (der Schwarm) sucht sich eine neue Nisthöhle.
In der neuen Wohnung beginnt das Volk sofort neue Waben zu bauen und die Königin
legt gleich Eier. Es kann zu mehrmaliger Teilung eines Volkes kommen.
Schwarmmonate sind Mai bis Juli. Nachfolgende Bienenschwärme besitzen eine
frisch geschlüpfte Jungkönigin. Auch das verbleibende Restvolk besitzt nun eine
junge Königin (die sich gegen ihre Konkurrentinnen au f Leben und Tod
durchgesetzt hat). Diese junge Königin paart sich an einigen schönen Tag hoch in
der Luft mit bis zu 20 Drohnen, und hat dann den männlichen Samenvorrat für ihr
ganzes Leben gespeichert. Sie fliegt zurück in den Stock und beginnt mit dem
Eierlegen. Sie verlässt nun den Stock nicht mehr, es sei denn sie zieht im
nächsten Jahr mit einem Schwarm wieder aus.
Herbst
Geht es auf den Herbst zu werden auch die Nahrungangebote geringer, die Tage
werden kürzer und es wird auch kühler. Die jetzt unnützen Drohnen werden aus dem
Stock geworfen und sterben (Drohnenschlacht), im nächsten Jahr wird es neue
Männchen geben. Das Bienenvolk bereitet sich auf den Winter vor. Der
Nahrungsvorrat für die kalte Jahreszeit ist in den Waben gespeichert (Honig und
Blütenstaub, der Pollen). Die Königin legt immer weniger Eier, der Verlust an
Bienen ist größer als der Zuwachs, das Volk schrumpft. Es werden die langlebigen
Winterbienen geboren, die sich einen Eiweißvorrat in ihrem Körper anlegen. Diese
Bienen brauchen nun nicht mehr die schwere Sommerarbeit verrichten und je älter
das Jahr wird um so weniger Flugbetrieb herrscht. Das
Volk schließt sich bei den ersten Frösten wieder zu einer Winterkugel
zusammen — der Kreis ist geschlossen.

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