Bienenhonig
Der Name
„Honig“ altdeutsche Form „hona(n)“; germanisch „huna(n)“; schwedisch: „honung“
Aus der germanische Mythologie: Von den Blättern der
Weltesche (Yggdrasil) trieft bienennährender Tau, der Hunangsfall (Honigfall).
In Deutschland gibt es rund 91 000 Imkerinnen und Imker. Mit
rund 820 000 Bienenvölkern erzeugen sie ca. 24 000 Tonnen Honig und decken
damit ein Viertel des deutschen Honigbedarfes. Wichtiger als die Honigerzeugung
ist die Bedeutung der Imkerei jedoch für die flächendeckende Bestäubung der
Kultur- und Wildpflanzen. Diese Leistung die nicht importiert werden kann,
übersteigt den Wert der Honigerzeugung um das zehn- bis zwölffache.
Honig: Ist ein Naturprodukt. Bei jedem
Blütenbesuch nimmt die Biene mit ihrem Saugrüssel den Nektar der Blüten oder
den Honigtau von Blattläusen auf. Dabei verdünnt sie ihn mit ihrem Speichel,
der mit Enzyme angereichert ist. Diese Enzyme sind hauptverantwortlich für die
Umwandlung des Nektars in Honig. Während ihres Sammelflugs transportiert die
Sammelbiene den Nektar in ihrem Honigmagen. Dabei verwendet sie einen kleinen
Teil für sich. Der Nektar wird im Stock an die Stockbienen abgeliefert um im
Stock zu Honig weiterverarbeitet zu werden. Pro Tag macht eine Biene ca. 40
Ausflüge und besucht ca. 4.000 Blüten. Für einen Liter Honig werden
durchschnittlich 10.000 Flugstunden etwa 10 Mio. Blüten besucht.
Fermentierung: Damit der halbreife Nektar zu Honig werden kann, muss er
den Großteil seiner Flüssigkeit verlieren und er wird fermentiert. Die
Fermentierung erreichen die Stockbienen indem sie den Nektar immer wieder aus
ihrer Honigblase pumpen und ihn in kleinen Tropfen aus ihrem Rüssel fließen
lassen und sofort wieder aufsaugen. Diese Behandlung beschleunigt die
Verdunstung des Wassers. Dabei wird der Honig mit wertvollen Enzymen
angereichert. Die Enzyme wandeln den Zucker des Nektars und des Honigtaus um.
Der typische Geruch, Geschmack und das Aussehen des Honigs entsteht. Dieser
halbreife Honig wird in dünnen Schichten in Wabenzellen eingelagert, so kann
weiteres Wasser aus dem Honig verdunsten.
Kurz vor der Reife des Honigs werden die Zellen von den Stockbienen
zuerst zu drei Viertel, nach ein bis drei Tagen ganz aufgefüllt und mit
Wachsdeckeln verschlossen, ähnlich einer kleinen Konservendose.
Honigernte: Sind die Honigwaben verdeckelt und
der Wachsdeckel der verschlossenen Wabenzellen leicht eingefallenen, so ist der
Honig reif. Jetzt werden die verdeckelten Honigwaben entnommen. Mit einer
speziellen Gabel werden die Wachsdeckel abgehoben (enddeckelt). Der Honig wird
aus den Waben, mit einer Honigschleuder (Zentrifuge) abgeschleudert und läuft
durch ein feines Sieb, um ihn von Wachsteilchen zu trennen.
Honigernte
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Lagerung:
Honig muss kühl und dunkel aufbewahrt werden. Die wertvollen Inhaltsstoffe, wie
Enzyme, Geschmacks- und Geruchsstoffe, vertragen keine Wärme oder Licht.
Cremige Honige werden Zwischen 10 und 12°C, flüssige Honige zwischen 18 und
20°C gelagert. Honig wird trocken in verschlossenen Gefäßen gelagert. Die Luftfeuchtigkeit
bei der Honiglagerung soll unter 60 Prozent sein. Honig ist wasseranziehend
(hygroskopisch). Honig kann über Jahre gelagert werden ohne zu verderben. In
Pharaonengräbern fand man in versiegelten Tonkrügen Honig, der noch genießbar
war!
Inhaltsstoffe: Die Bienen brauchen den Honig als Vorrat für den Winter. Er
ist der Lieferant für lebensnotwendige Nährstoffe. Die Biene selbst ist für die
Qualität verantwortlich. Aber auch der Imker trägt durch fachgerechte
Behandlung dazu bei, den Honig so zu belassen, wie ihn die Bienen geschaffen
haben. Honig ist wegen seiner vielfältigen Inhaltsstoffe für die Biene und für
den Menschen wertvoll. Er ist wegen seiner Inhaltsstoffe ein bewährtes
Hausmittel. Schon der griechische Arzt Hippokrates verordnete Honig bei vielen
Krankheiten.
Zusammensetzung: ca. 80 % Zucker (überwiegend
Fruchtzucker und Rohrzucker) ca. 15 - 20 % Wasser ca. 3 - 7 % organische
Säuren, Eiweiße, Enzyme, verschiedene Mineralien sowie Farb- und Aromastoffe Im
Honig sind insgesamt 180 verschiedene Stoffe enthalten (auch Vitamine). In 100g
Bienenhonig sind z.B.1,5 Mikrogramm Vitamin B1 enthalten.

Beschaffenheit von
Honig:
a) Blütenhonig mindestens 65 %
b) Honigtauhonig, allein oder gemischt mit Blütenhonig mindestens 60 %
2. Scheinbarer Gehalt an Saccharose
a) im allgemeinen höchstens 5 %
b) Honigtauhonig, allein oder gemischt mit Blütenhonig, Akazien- und
Lavendelhonig höchstens 10 %
3. Gehalt an Wasser
a) im allgemeinen höchstens 21 %
b) Heidehonig (Calluna) und Kleehonig (Trifolium spec.) höchstens 23 %
4. Gehalt an wasserunlöslichen Stoffen
a) im allgemeinen höchstens 0,1 %
b) Preßhonig höchstens 5 %
5. Gehalt an Mineralstoffen (Asche)
a) im allgemeinen höchstens 0,6 %
b) Honigtauhonig, allein oder gemischt mit Blütenhonig höchstens 1 %
6. Gehalt an freien Säuren höchstens 40 Milliäquivalent pro kg
7. Diastasezahl und Gehalt an Hydroxymethylfurfurol (HMF)
a) im allgemeinen Diastasezahl nach Schade mindestens 8 HMF höchstens 40
mg/kg
b) Honig mit einem geringeren natürlichen Gehalt an Enzymen (zum
Beispiel Zitrushonig) Diastasezahl nach Schade mindestens 3 HMF höchstens 15
mg/kg

Sorten: Es
gibt über 100 Honigsorten verschiedensten Bezeichnungen. Die Honigsorten
unterscheiden sich durch mehrere Eigenschaften: Farbe von fast farblos bis
dunkelbraun Geschmack von lieblich süß
und mild bis kräftig würzig. Im Allgemeinen sind helle Honigsorten milder und
süß, während dunkle Sorten kräftiger im Geschmack sind. Wichtigstes
Unterscheidungsmerkmal ist die Pflanze, die von den Bienen besucht wurde. Was
die Bienen aufnehmen und zu Honig verarbeiten ist ganz verschieden: Nektar,
eine zuckerreiche aromatische Flüssigkeit, die von Pflanzenorganen vor allem im
Bereich der Blüten, abgegeben wird oder Honigtau. Manche Insekten wie Schild-
und Blattläuse stechen die Siebröhren die Pflanzen an und saugen so reichlich
vom süßen Saft, daß sie einen Teil davon wieder abgeben. Der Honigtau bleibt
auf Blättern und Nadeln als Tröpfchen zurück, die die Bienen aufnehmen.
Blütenhonig ist Honig der hauptsächlich aus Nektar hergestellt ist. Honig aus
Honigtau wird als (Blatt-Wald) Honigtauhonig
bezeichnet.
Honigsorten
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Lindenhonig: ist eine Mischung aus
Blüten- und Honigtau-Honig. Die Bienen saugen bei der Linde nicht nur den
Nektar der Blüten sie sammeln auch den Honigtau, eine zuckerhaltige
Flüssigkeit, die von den Blattläusen auf die Blätter tropfen. Lindenhonig
zeichnet sich durch kräftigen Geruch und charakteristischen Geschmack aus.
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Akazienhonig: ist klar, fast
durchsichtig und ein flüssiger Honig. Durch den geringen Traubenzuckeranteil
mild, fast neutral und eignet sich deshalb gut zum süßen von Speisen. Der Honig
wird aus den Blüten der Robinie, auch falsche Akazie genannt, gewonnen.
·
Heidehonig: ist ein Blütenhonig von
rötlicher Farbe und geleeartiger Konsistenz. Er hat einen unverwechselbaren
aromatischen Geschmack. Wegen der besonders aufwendigen Ernte und geringer
Gesamtmengen ist er einer der teuersten
Honige.
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Kastanienhonig: ist meistens flüssig,
hat eine dunkle Farbe und schimmert leicht rötlich. Er hat einen herbwürzigen
Geschmack mit speziellem Aroma.
·
Kornblumenhonig: ist intensiv Gelb und
sehr aromatisch, fast schon als würzig zu bezeichnen.
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Rapshonig: hat den höchsten
Traubenzuckeranteil, ist sehr süß und hell fast weiß in der Farbe.
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Sonnenblumenhonig: hat die intensivste
gelbe Farbe, ist lieblich und aromatisch im Geschmack.
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Sommerblütenhonig: heißt ein Honig immer
dann, wenn es keine reine Sorte geworden ist. Dieser Honig kann die
unterschiedlichsten Geschmäcker aufweisen.
·
Tannenhonig: ist ein Blatthonig und
flüssig. Er hat eine dunkle Farbe (grünlich schwarz) und ist sehr würzig. Von
Läusen die auf Tannen und Fichten leben.
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Waldhonig: ein Tau oder Blatthonig,
den die Bienen überwiegend von Eichenblättern sammeln. Meist ist der Honig
flüssig, hat eine dunkle Farbe und ist würzig im Geschmack.
· Scheibenhonig: wird aus frisch gebauten Waben gewonnen. Die verdeckelten, mit Heide-Honig gefüllten Wabenstücke werden als ganzes genutzt. Das Wabenstück wird ausgekaut.
Melezitose- Honig (Zementhonig)E
Cremiger Honig: Dieser Honig ist auskristallisiert.
Die Zuckerkristalle, die sich gebildet haben sind sehr klein und gleichmäßig.
Der Honig wird mehrmals täglich gleichmäßig gerührt. Sobald die Konsistenz des
Honigs kurz vor dem Festwerden ist, wird er auf Gläser abgefüllt.
Flüssiger/Fester Honig: Bei seiner Gewinnung ist der Honig klar und dickflüssig. Im
Laufe der Lagerzeit wird er jedoch fest. Der Traubenzucker, der im Honig
enthalten ist, "kandiert". Je höher sein Anteil, desto schneller
setzt dieser Vorgang ein. Überwiegt jedoch der Fruchtzucker, bleibt der Honig
bis zwei Jahre flüssig, wie z.B. Tannenhonig. Fester Honig im Glas kann im
Wasserbad erwärmt und verflüssigt werden. Der Honig sollte nicht über 40°C
erwärmt werden.
Honig nicht für Kinder unter 12
Monaten geeignet?
Honig
kann das Bakterium Clostridium botulinum enthalten. Säuglinge unter einem Jahr
besitzen noch keine vollständig ausgebildete Darmflora, die sie vor dem
Bakterium schützt. Ist das Bakterium im Honig enthalten, kann es das schädliche
Botulinumgift produzieren. Die Folge ist Säuglingsbotulismus, der zu Lähmungen
bis hin zum Tod führen kann.
Alternativ/Zucker: Als Süßungsmittel gab es in Europa
Zucker erst ab dem späten Mittelalter. Das Zuckerrohr ist aber bereits 6000 v.
Chr. in Ostasien bekannt. Die Perser entwickeln 600 v. Ch. eine Methode zur Zuckergewinnung.
Mit den Kreuzrittern lernten die ersten Mitteleuropäer den Zucker kennen. Ab
1500 wird Zuckerrohr weltweit auf großen Plantagen angebaut und nach Europa
verschifft. 1747
Bienen sind die ältesten Süßstoff-Lieferanten der
Menschheit. Davon bezeugen fast 8.000 Jahre alte Abbildungen von Honigwaben in
einem Tempel in Anatolien/Türkei. Welches Volk diese Abbildung uns hinterlassen
hat, ist angeblich nicht bekannt...