Nosematose Nosema / Darmseuche
Die Nosematose auch
Frühjahrskrankeit ist eine ansteckende Darmerkrankung der Honigbienen. Erreger
sind Nosemasporen (6-3µmm) lichtbrechende ovale Dauerformen, sie sind in jedem
Bienenvolk latent vorhanden. Beim Zusammenkommen verschiedener ungünstiger
Faktoren kommt es zu einer massiven Vermehrung der Erreger in der Darmwand der
Bienen. Im Frühjahr tritt die Krankheit hauptsächlich auf, auch nach lang
anhaltenden Schlechtwetterperioden.
Bild
Krankheitsbild:
Bienenkot an und in Beuten, auf den Waben.
Auf dem Flugbrett braunen Kotflecken und der davor zu Klumpen zusammengezogene Bienen.
Starker Totenfall. Bienen mit aufgetriebenem Hinterleib. Die Bienenvölker werden immer schwächer.
Schlechte
Pollenversorgung, falscher Standort (zu feucht, ungeeignete Aufstellung, keine
Pollenträger). Häufige Störungen der Völker, besonders im Frühjahr. Verstopfte
oder zu kleine Fluglöcher.
Durch
verschmutzte Bienentränken, durch Räuberei der Bienen, durch Verflug. Durch den
Imker- durch verschmutzte Gerätschaften, Umhängen von verschmutzten Waben,
Vereinigung von kranken mit gesunden Völkern.
Richtigen
Standort für die Aufstellung der Bienenvölker wählen, (nicht zu zugig, nicht
feucht, ausreichende Pollen und Nektarversorgung muss gewährleistet sein).
Nicht zu viele Völker auf einen Stand massieren. Nur starke Völker mit genügend
Pollen und Futter einwintern. Raumgabe an Volksstärke anpassen. Keine Störung
der Winterruhe.
Verschmutzte Waben einschmelzen. Verschmutzte Beuten abkratzen, abflammen oder mit Essigsäure (60%) desinfizieren. Tote Bienen entfernen. Tränken sauber halten.
Immer auf Sauberkeit achten!
Krankheitsverlauf
Die Sporen werden von den Bienen mit dem Futter oder beim Reinigen der Waben
aufgenommen. Sie keimen im Mitteldarm aus. Über den dabei herausgeschleuderte
Polfaden dringt der Keim in die Zellen der Darmwand ein. Dort vermehrt sich
Nosemaapis
. Die Keimfähigkeit der Sporen wird wesentlich von der Temperatur und von derEiweißversorgung im Bienenvolk bestimmt. Schon nach einer Woche ist die Zelle in
der Darmwand so mit Sporen gefüllt, dass sie in das Innere des Darms abgestoßen
wird. Die Sporen werden nun entweder ausgeschieden oder infizieren andere Zellen
der Darmwand. Mit der Zerstörung der Darmschleimhaut verliert die Biene die
Fähigkeit, Eiweiß vollständig aufzuschließen. Durch den so entstehenden Mangel wird
die Lebensdauer der Bienen wesentlich verkürzt. Aber auch die im Fettkörper
angelegten Eiweißreserven werden schneller abgebaut und die Futtersaftdrüsen
entwickeln sich nicht vollständig. Gleichzeitig wird der Kot der Bienen dünnflüssig, was
bei ungünstiger Witterung (z.B. im Winter) zu einem erhöhten Kotstau und daher oft
zum Abkoten im Bienenstock führt. Dies trägt wesentlich zur Verbreitung des Erregers
bei.
Äußeres Erscheinungsbild
Erkennen (Diagnose)
Das äußere Erscheinungsbild allein reicht für das Erkennen der Krankheit nicht aus,
da bei Vergiftungen bzw. bei Ruhr zum Teil ähnliche Erscheinungen auftreten. Ein
milchig-weiß gefärbter Darm weist immer auf einen starken Nosemabefall hin,
während ein gelb oder bräunlich gefärbter sowohl von gesunden als auch von
schwach befallenen Bienen stammen kann.
Die Darmprobe kann jeder Imker leicht selbst durchführen. Ein mittlerer und
schwächerer Befall kann nur im Labor unter dem Mikroskop erkannt werden. Da nicht
alle Bienen im Volk gleichermaßen befallen sind, müssen 20 bis 30 Bienen eingesandt
werden. Am besten werden Flugbienen oder Bienen von der Oberfläche der
Bienentraube abgesammelt. Die Untersuchung des Wintertotenfalls gibt den
Befallszustand des Bienenvolkes dagegen nur ungenau wieder.
Bekämpfung
Es ist kein Medikament zugelassen. Medikamente können nur die Vermehrung von
Nosema apis
stoppen, nicht die Sporen abtöten. Die Desinfektion des Beuten- undWabenmaterials (z.B. mit 60%iger Essigsäure) ist daher besonders wichtig. Bei
schwachem Befall kann schon eine Reizfütterung der Bienen im Frühjahr zur Heilung
führen. Zusammen mit anderen vorbeugenden Maßnahmen wie Wabenhygiene,
Standortwahl etc. ist es möglich, den erneuten Ausbruch zu verhindern. Da der
Erreger in nahezu allen Völkern verbreitet ist, hat die Vorbeugung gerade bei der
Nosematose eine übergeordnete Bedeutung.