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Varroa-Milbe

Die Varroatose ist eine parasitäre Erkrankung des Bienenvolkes. Erwachsene Bienen und Brut werden gleichzeitig befallen. Die Krankheit wird durch die Außenmilbe Varroa destructor hervorgerufen, die als Parasit der Indischen Biene „Apis cerana“ im Jahre 1904 entdeckt wurde. Sie wurde durch das Bieneninstitut Oberursel nach Deutschland  eingeschleppt. 1977/78 waren schon hunderte Bienenvölker im Umkreis des Institutes im Taunuskreis infiziert.

Das Milbenweibchen ist 1,2 mm lang und 1,6 mm breit und hat einen nach außen gewölbten Körper. Die Farbe bei jungen Milben ist hellbraun und wird später dunkler.

Die Körperoberfläche der Milbe ist mit einer großen Anzahl Borsten und feinen Härchen besetzt. Die vier Beinpaare sind kurz und kräftig und am Ende mit Saugnäpfen versehen. So können sie sich fest am Bienenkörper anheften. Die Milben halten sich meist an der Bauchseite des Hinterleibes auf den Bienen auf. Die vorderen Laufbeine tragen Geruchsorgane und Tasthaare. Mit den stechenden und saugenden Mundwerkzeugen werden die dünnwandigen Körperteile der Biene und Maden durchschnitten, um Blutflüssigkeit (Hämolymphe) aufzunehmen.

Das Varroa-Männchen ist wesentlich kleiner als das Weibchen. Es ist 0,85 mm lang und 0,8 mm breit. Sein Körper ist rund und von gelblicher bis grauer Farbe. Die Männchen nehmen keine Nahrung auf, ihre Mundwerkzeuge sind nur zum Transport der Spermien umgebildet. Die Varroa-Männchen sind nicht auf den Bienen zu finden, sie leben nur kurze Zeit in den befallenen Brutzellen!

Die Fortpflanzung der Varroamilbe

Kurz vor dem Verdeckeln der Bienenbrut (Madenalter 5 ½ Tagen) dringt das erwachsene Milbenweibchen in die Zelle ein, bevorzugt wird Drohnenbrut. Die Milbe schlüpft unter die Bienenmaden und setzt sich im Futtersaft fest. Es wird vermutet, dass es eine Schutzreaktion der Milbe vor den brutpflegenden Bienen ist. Sie begibt sich in eine Ruhephase, die mit dem Verdeckeln der Zelle endet. Nachdem die Bienen die Zelle verdeckelt haben und die Made sich beginnt einzuspinnen, begibt sich die Milbe zwischen Kokon und Zellwand. Erst jetzt sticht die Milbe die Spinnmade an, um Nahrung  aufzunehmen. Durch die Aufnahme von Blut (Hämolymphe) wird die Eierstocktätigkeit angeregt. Auf diese Weise synchronisiert die Milbe ihre Vermehrung mit der Entwicklung der Biene.

Etwa 70 Stunden nach der Verdeckeklung legt die Milbe ihr erstes Ei ab. Das erste Ei ist immer männlich, da die Entwicklung bis zur Geschlechtsreife länger dauert als bei den weiblichen Milben. Danach  folgen im Abstand von jeweils 30 Stunden  4 -5 weibliche Eier. Nach dem Schlüpfen durchlaufen sie Nymphenstadien und nehmen dabei wiederholt Hämolymphe von der sich in der Brutzelle entwickelnden Bienenpuppe auf. Die Paarung der Milben findet in der verschlossenen Brutzelle statt. Nach der Begattung stirbt die männliche Varroamilbe. Mit der schlüpfenden Jungbiene verlassen die Muttermilbe und die bereits begatteten Tochtermilben die Brutzelle. Männchen können außerhalb der Brutzelle nicht überleben!

Milben machen Viren gefährlich!

Neue Forschungen zeigen dass die Varroa Überträger von Viruserkrankungen ist.

Überblick über die wichtigsten Viren in Zusammenhang mit der Varroamilbe

Virus

normalerweise

verdeckte Infektionen ohne Symptome

Übertragung durch Varroa

Gefährlichkeit des Virus nimmt im Zusammenhang mit Varroa zu

DWV (Flügeldeformationsvirus)

ja

ja

ja

ABPV (Akute Bienenparalyse Virus)

ja

ja

ja

SBV (Sackbrutvirus)

ja

ja

ja

KBV (Kaschmir Bienenvirus)

ja

ja

ja

IAPV (Israelisches Akute Paralyse Virus)

??

ja

sehr wahrscheinlich

Die Varroamilbe hat einen neuen Übertragungsweg eingeführt, die „Injektion“ von Viren in die Hämolymphe, wodurch vorher harmlose Viren plötzlich tödlich sein können.
Ist eine Biene  im Puppenstadium mit der 'Vermehrungsform' des Virus durch eine Milbe infiziert worden, schlüpft sie verkrüppelt und fällt auf.

Viren sind kleine, krankheitsverursachende Partikel. Im Wesentlichen bestehen sie aus einer Erbinformation (DNA oder RNA) und einer Verpackung aus Proteinen. Die Verpackung schützt die Erbinformation und ermöglicht Wirtszellen zu erkennen, anzudocken und sich mit der Wirtszelle zu verschmelzen (Infektion), damit die Erbinformation ins Innere gelangt. In den Wirtszellen werden dann viele neue Viren produziert. Ohne eine Wirtszelle haben die Viren keine Möglichkeit ihre lebenswichtigen Funktionen durchzuführen oder sich zu reproduzieren, sie sind Parasiten der lebenden Organismen.

 

Wie lebt die Cerana (asiatische Biene) mit der Varroamilbe zusammen?

Die Milbe vermehrt sich nur in der Drohnenbrut. Bei der Brutpflege durchsuchen die Ammenbienen die Zellen. Wird eine Milbe gefunden dann wird sie zerbissen. Die Drohnenzelle wird mit Wachs verdeckelt und hat im Zentrum ein kleines Loch. Wenn die Made zu stark befallen ist schließen die Bienen das Loch, so dass Larve und Milben absterben. Bemerkt eine Biene eine Milbe auf ihre Körper, ruft sie andere Bienen. Diese tasten mit ihren Fühlern den Leib ab bis die Milbe gefunden ist und zerbeißen sie. Ist die Varroabelastung zu groß verlässt das Volk die Beute.

Varroamilbe

Milbenweibchen

Bekämpfung der Varroa

Die weltweite Verbreitung der Varroamilbe durch den Menschen.