Varroa-Milbe
Die Varroatose ist eine parasitäre Erkrankung des
Bienenvolkes. Erwachsene Bienen und Brut werden gleichzeitig befallen. Die
Krankheit wird durch die Außenmilbe Varroa destructor hervorgerufen, die als
Parasit der Indischen Biene „Apis cerana“ im Jahre 1904 entdeckt wurde. Sie
wurde durch das Bieneninstitut Oberursel nach Deutschland eingeschleppt.
Die Körperoberfläche der Milbe ist mit einer großen
Anzahl Borsten und feinen Härchen besetzt. Die vier Beinpaare sind kurz und
kräftig und am Ende mit Saugnäpfen versehen. So können sie sich fest am
Bienenkörper anheften. Die Milben halten sich meist an der Bauchseite des
Hinterleibes auf den Bienen auf. Die vorderen Laufbeine tragen Geruchsorgane
und Tasthaare. Mit den stechenden und saugenden Mundwerkzeugen werden die
dünnwandigen Körperteile der Biene und Maden durchschnitten, um Blutflüssigkeit
(Hämolymphe) aufzunehmen.
Kurz vor dem Verdeckeln der Bienenbrut (Madenalter 5 ½
Tagen) dringt das erwachsene Milbenweibchen in die Zelle ein, bevorzugt wird
Drohnenbrut. Die Milbe schlüpft unter die Bienenmaden und setzt sich im
Futtersaft fest. Es wird vermutet, dass es eine Schutzreaktion der Milbe vor
den brutpflegenden Bienen ist. Sie begibt sich in eine Ruhephase, die mit dem
Verdeckeln der Zelle endet. Nachdem die Bienen die Zelle verdeckelt haben und
die Made sich beginnt einzuspinnen, begibt sich die Milbe zwischen Kokon und
Zellwand. Erst jetzt sticht die Milbe die Spinnmade an, um Nahrung aufzunehmen. Durch die Aufnahme von Blut (Hämolymph)
wird die Eierstocktätigkeit angeregt. Auf diese Weise synchronisiert die Milbe
ihre Vermehrung mit der Entwicklung der Biene.
Etwa 70 Stunden nach der Verdeckeklung legt die Milbe
ihr erstes Ei ab. Das erste Ei ist immer männlich, da die Entwicklung bis zur
Geschlechtsreife länger dauert als bei den weiblichen Milben. Danach folgen im Abstand von jeweils 30 Stunden 4 -5 weibliche Eier. Nach dem Schlüpfen
durchlaufen sie Nymphenstadien und nehmen dabei wiederholt Hämolymphe von der
sich in der Brutzelle entwickelnden Bienenpuppe auf. Die Paarung der Milben
findet in der verschlossenen Brutzelle statt. Nach der Begattung stirbt die
männliche Varroamilbe. Mit der schlüpfenden Jungbiene verlassen die Muttermilbe
und die bereits begatteten Tochtermilben die Brutzelle. Männchen können außerhalb
der Brutzelle nicht überleben!
Wie lebt die Cerana (asiatische Biene) mit der Varroamilbe zusammen?
Die Milbe vermehrt sich nur in der Drohnenbrut. Bei der Brutpflege durchsuchen die Ammenbienen die Zellen. Wird eine Milbe gefunden dann wird sie zerbissen. Die Drohnenzelle wird mit Wachs verdeckelt und hat im Zentrum ein kleines Loch. Wenn die Made zu stark befallen ist schließen die Bienen das Loch, so dass Larve und Milben absterben. Bemerkt eine Biene eine Milbe auf ihre Körper, ruft sie andere Bienen. Diese tasten mit ihren Fühlern den Leib ab bis die Milbe gefunden ist und zerbeißen sie. Ist die Varroabelastung zu groß verlässt das Volk die Beute.