Erbgut der Honigbiene entziffert
Das Erbgut der Honigbiene ist entziffert (Apis mellifera). Die Erbgutanalyse wurde vom Honeybee Genome Sequencing Consortium vorgestellt.
Mit etwa 300 Millionen DNA-Bausteinen ist das Bienen-Genom nur ein Zehntel so groß wie jenes des Menschen. Die Biene besitzt rund 10.000 Gene. Das entzifferte Genom weist außerdem darauf hin, dass die westliche Honigbiene ursprünglich aus Afrika stammt und sich von dort in zwei unabhängigen Wanderungen nach Europa ausgebreitet hat, berichtet Robinsons Kollege Charles Whitfield im Fachblatt "Science"
Mensch und Biene
Die Honigbiene und der Mensch haben mehr
gemein, als man vermutet. Sie leben in sozialen Gesellschaften und müssen mit
dem Altern, sozialem Fehlverhalten oder der schnellen Ausbreitung von
Infektionskrankheiten fertig werden.
Nach Angaben des internationalen Bienengenom-Konsortiums unter der Leitung der
US-Forscher George Weinstock und Gene Robinson, teilt die Biene 47,5 Prozent
ihrer Gene mit dem Menschen.
Das Genom der Honigbiene werde der Medizin bei der Bekämpfung von
Vergiftungen und Allergien, geistigen Erkrankungen, Infektionskrankheiten,
Parasiten und in der Altersforschung helfen, erwarten die Forscher.
Mehr Väter, mehr Honig
Werden Bienenköniginnen von mehreren männlichen Bienen
(Drohnen) begattet, erhöht das die Überlebenschance ihres Volkes. Das berichten
Forscher im US-Journal "Science" (Vol 317, Nr. 5835). Bislang galt, dass ein
Bienenvolk mit einer Königin und einer Drohne besonders erfolgreich ist. Bei der
Studie an 21 Völkern entdeckten US-Forscher, dass die erfolgreicher bei der
Futtersuche, dem Bau von Waben und der Produktion von Honig waren, deren Königin
von mehreren Drohnen befruchtet worden war.
Rätselhafter Exitus der Bienen
In den USA ist die Mehrzahl aller Bienen verschwunden. Weil eine klare Ursache fehlt, spekulieren Forscher über das Ende der Insektenart - ein Ende mit möglichen Konsequenzen für die Menschheit.
Es ist ein unheimliches Phänomen, das die Bienenvölker heimsucht: Die Wissenschaftler nennen es "Colony Collapse Disorder": ein Sterben, das keine Spuren hinterlässt.
Sie sind weg. Haben den Stock alleingelassen, die junge Brut
nicht mehr versorgt. Sind nie wieder aufgetaucht, die älteren, erwachsenen
Bienen. Haben auch keine Toten zurückgelassen. Millionen und Abermillionen
Bienen sind in Nordamerika einfach verschwunden im Lauf der vergangenen Monate.
Und immer mehr amerikanische Imker, die in diesen ersten warmen Wochen nach dem
Winter zum erstenmal ihre Bienenstöcke wieder öffnen, berichten dasselbe. "So
etwas habe ich noch niemals gesehen", sagte der kalifornische Bienenzüchter
David Bradshaw schockiert einer Zeitung. ,,Ein Stock nach dem anderen war
einfach leer. Es sind keine Bienen mehr daheim.‘‘
An der amerikanischen Westküste sind fast 60 Prozent der Bienenvölker
kollabiert, an der Ostküste und in Texas sind es mehr als 70 Prozent. Mehr als
die Hälfte aller Bundesstaaten ist betroffen und Teile Kanadas. Dasselbe
passiert auch in Spanien und in Polen. Aus der Schweiz gibt es die ersten
Berichte und auch aus Deutschland - nur hat das Bienensterben bisher nirgendwo
solche Ausmaße wie in den USA.
"Das Bienensterben kann eine Warnung an uns sein"
Es ist ein seltsames, geradezu unheimliches Phänomen, das die
Bienenvölker heimsucht. Die Wissenschaft hat ihm jenen Namen gegeben, den sie
reserviert hat für etwas, das sie noch nicht, vielleicht nie erklären kann:
disorder, Störung. Man spricht vom ,,Colony Collapse Disorder‘‘, von einer
Störung namens Bienenvolk-Kollaps, kurz CCD. Über die Symptome weiß man ziemlich
viel: In betroffenen Kolonien fehlen alle erwachsene Bienen, und es liegen auch,
wie normalerweise üblich, keine toten Bienen in der Nähe. Die Bienen fliegen
fort und sterben irgendwo draußen. Vorräte an Honig sind da, und die nicht
ausgewachsenen Bienen, die nun verhungern. Eine Kolonie, die mitten im
Zusammenbruch steckt, mag von außen ganz normal wirken. Aber innen gibt es viel
zu wenige, viel zu junge Arbeiterinnen. Und schließlich kommt etwas Eigenartiges
hinzu: Normalerweise werden die Stöcke eines Volkes, das an Krankheiten stirbt
oder in einem kalten Winter verhungert, sofort von anderen Bienen oder
Stockräubern ausgeplündert oder von Plagen wie Wachsmotten übernommen. Diesmal
aber dauert es mindestens zwei Wochen, bis die Plünderer kommen.
Was die Ursachen für das Verschwinden sind, darüber weiß man fast nichts. Aber
man weiß, dass es eine Katastrophe wäre, wenn die Honigbienen für immer
verschwänden. Eine Katastrophe auch für den Menschen. ,,Früher‘‘, sagt May
Berenbaum, Leiterin des Instituts für Entomologie an der Universität Illinois,
,,waren es die Kanarienvögel in den Minen. Wenn sie starben, dann wussten die
Bergarbeiter, dass etwas passieren würde. Manche von uns glauben, dass die
Bienen heute diese Funktion haben.‘‘ Die Aufmerksamkeit, die die Medien ihr und
anderen Bienenforschern in den vergangenen Wochen entgegengebracht haben,
verunsichert May Berenbaum. Vorsichtig sagt sie: ,,Das Bienensterben könnte eine
Warnung an uns sein, dass etwas sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist.‘‘
Milben sind es diesmal nicht
Es geht nicht nur um die Bedrohung einer Tierart, auch nicht
um das Bienensummen im Frühling oder den Honig, der uns fehlen wird - zumindest
ökonomisch gesehen ist er ein angenehmes, aber eher unwichtiges Nebenprodukt.
Die Menschen brauchen die Bienen dringend, denn etwa ein Drittel der
menschlichen Nahrung ist direkt oder indirekt von ihnen abhängig: Äpfel, Birnen,
Pflaumen, ein Großteil des Obstes werden zwischen 80 und 90 Prozent von
Zuchtbienen bestäubt, ebenso Mandelbäume, Melonen, Paprika, Kürbisse, Himbeeren
und etwa 90 andere Obst- und Gemüsearten - aber auch Viehfutter wie Klee oder
das in den USA verbreitete Alfalfa.
,,Wenn Sie einen Hamburger essen‘‘, sagt Berenbaum, ,,dann verdanken Sie das
indirekt den Bienen.‘‘ Manche Farmer versuchen, die Bäume mit Hilfe riesiger
Ventilatoren zu bestäuben, oder sie experimentieren mit Hummeln und anderen
Insekten. Aber wirkliche Alternativen zur Bestäubung durch Bienen gibt es nicht,
Wildvölker existieren kaum noch, schon gar nicht in den riesigen Monokulturen,
und andere Insekten würden diese Mengen nicht schaffen. Den durch
Bienenpollination erwirtschafteten Wert schätzen Forscher allein für die USA auf
bis zu 18 Milliarden Dollar. In Europa sind es immerhin bis zu fünf Milliarden
Euro.
Quelle: URL: /wissen/artikel/352/105247/article.html Datum: 22.03.2007 - 09:44 Von Petra Steinberger
Erdbebenfeste Bienenwaben
Ein internationales Team von
Wissenschaftlern um den Würzburger Bienenforscher Jürgen Tautz ist bei der
Entschlüsselung des Bienentanzes ein weiteres Stück vorangekommen. Tautz wollte
wissen, wie eine Sammlerin durch Tanzen im Bienenstock andere Tiere auf sich
aufmerksam macht, um ihnen eine neue Futterquelle zu zeigen. Dabei fand er
heraus, dass die Biene durch ihr Tanzen auf der Wabe Schwingungen in einem
raffinierten zweidimensionalen Muster erzeugt: Gegenüberliegende Wände schwingen
immer gleichsinnig, während bei einigen wenigen Wabenzellen in der Nähe der
Vibrationsquelle die Bewegungen genau gegenläufig sind. Dies wirkt auf die
Bienen im Stock wie ein Blinklicht, dem sie zur Tänzerin folgen können. Tautz
hatte für seine Untersuchungen zwei identische Laser- Doppler- Vibratiometer zur
Verfügung und konnte so die Bewegung an zwei Wabenpunkten gleichzeitig messen.
Für die Ergebnisse der Wissenschaftler interessieren sich bereits amerikanische
Architekten. Weil sie erdbebenfeste Hochhäuser konstruieren wollen, möchten sie
mehr darüber erfahren, wie Bienen ihre Waben bauen und wie sie Schwingungen
weiterleiten oder dämpfen. [Aus Bild der Wissenschaft 2/2002]
Honig schmiert Antibiotikum
um Zähne
Forschungsergebnisse der Universität
von Waikato in Neuseeland haben gezeigt, dass Honig die Bildung von
Plaque-Bakterien auf Zähnen stoppt. Zusätzlich soll er die bakterielle
Säurebildung reduzieren und damit die Entstehung von Dextran hemmen. Mit Hilfe
dieses Sekretes bleiben Bakterien an der Zahnoberfläche haften. Bestimmte
Honigarten könnten so in der Behandlung von Peridontalerkrankungen und
Zahnanzündungen Einsatz finden.
Honig in der Heilbehandlung
Als erstes Land der Welt führt
Australien Bienenhonig unter dem Markennamen Medihoney in der offiziellen
Medikamentenliste. Aus Honig vom Teebaum entwickelten Forscher der Universität
Waikato, Neuseeland, den heilenden Honig. [Quelle: Marcel Falk und Newswise]
Antibiotikum in chinesischem
Honig nachgewiesen
Hamburg (Reuters) - In
Schleswig-Holstein sind in chinesischem Honig Rückstände des
gesundheitsschädlichen Antibiotikums Chloramphenicol nachgewiesen worden. Das
Kieler Umweltministerium teilte am Mittwoch mit, bei Untersuchungen von 300 bis
400 Tonnen chinesischen Honigs habe sich ein Anfangsverdacht bestätigt. Der
Honig sei bei den Händlern und Importeuren inzwischen gesperrt worden. Das
Bundesverbraucherschutzministerium sei über den Vorfall informiert worden und
habe daraufhin das in der Europäischen Union (EU) geltende Schnellwarnsystem in
Gang gesetzt. Parallel dazu seien die zuständigen Behörden in anderen
Bundesländern informiert worden.
Futterquelle für 112
Insektenarten
Die mehrjährigen, hohen, dicht
belaubten und mit Dornen besetzten Sträucher sind ein ausgezeichnetes
Vogelschutzgehölz, in das sogar die Haselmaus ihr Nest baut. 112 Insektenarten,
so eine Studie, besuchen die pollenreichen Blüten - für Bienen ist sie im
Frühjahr sogar eine der Hauptfutterquellen. Und auch wir nutzen die
Hundsrose: Aus den Vitamin-C-Reichen Hagebutten lassen sich
wohlschmeckende Tees und Marmeladen herstellen. [Ausgabe vom 27.06.2002, Ressort
Nachrichten]
Dunkler Honig
Wie die Forscher im Journal of
Agricultural & Food Chemistry berichten, verlangsamt vor allem dunkler Honig die
Oxidation der so genannten low-densitiy Lipoproteine (LDL). Dieser Prozess führt
zur Ablagerung atherosklerotischer Plaques in den Gefäßwänden. Als Plaques
werden Ablagerungen bezeichnet, die durch die Reaktion von Cholesterin mit
Sauerstoff entstehen. Mit Hilfe einer präzisen Messmethode stellte das Team um
die Lebensmittel-Chemikerin Nicki Engeseth fest, dass die Antioxidantien in
Honig jenen in vielen Fürchten und Gemüsen entsprechen und so auch die Fähigkeit
besitzen, die Aktivität von hochreaktiven Molekülen, den so genannten freien
Radikalen, abzusenken. [11.04.2002, Stern]
Besonderes Brutwärmeverhalten
bei Kälte Heiße Bienen sorgen für Nestwärme
Besonderes Brutwärmeverhalten bei
Kälte Heiße Bienen sorgen für Nestwärme Düsseldorf (rpo). Bienen haben's gerne
schön warm. Vor allem der Nachwuchs liebt Temperaturen um 35 bis 36 Grad
Celsius. Wenn es im Brutbereich des Bienenstocks zu stark abkühlt, behelfen sich
die Arbeiterinnen auf ganz besondere Weise. Sinkt die Temperatur im Brutbereich
des Stocks zu stark ab, dann beginnen Arbeiterinnen mit einem speziellen
Brutwärmeverhalten: Sie heizen ihren Körper auf und drücken ihn gegen die Deckel
der Wabenzellen, in denen sich die Brut befindet. Das hat die Zoologin Brigitte
Bujok von der Uni Würzburg beobachtet. Die Bienen erzeugen die Wärme in ihrem
Brustteil (Thorax) mit einem eleganten Trick: Sie bewegen ihre Flugmuskulatur,
haben aber zuvor die Flügel davon abgekoppelt. So entsteht Wärme ohne
Flügelschlag, denn diese Bewegung würde wiederum kühlend wirken. Wie Brigitte
Bujok weiter beobachtet hat, drücken sich die aufgeheizten Arbeiterinnen dann
mit dem Thorax auf die Brutdeckel und verharren für einige Minuten in dieser
Position. Durch dieses Verhalten erwärmen sich die Brutdeckel im Vergleich zu
umliegenden, nicht unmittelbar gewärmten Stellen um bis zu 3,2 Grad Celsius. Die
Spitzen der Antennen ruhen dabei entweder unbewegt auf den Brutdeckeln oder
bewegen sich langsam hin und her - so nehmen die Bienen wahrscheinlich
Informationen über ihre Brut auf.
http://www.bbv-net.de/news/wissenschaft/erde/2002-0429/bienen.html = ©
rp-online, ap, dpa, sid 02.05.02
Bienentod per Post
Ein Käfer könnte Deutschlands
Bienenvölker dezimieren, warnt das Greenpeace-Magazin in seiner neuen Ausgabe.
Der nur sechs Millimeter große, rotbraune Bienenbeutenkäfer(Aethina tumida)
wurde aus seiner Heimat Afrika bereits in die USA eingeschleppt und wütet dort
unter den Bienenvölkern. Da deutsche Imker routinemäßig billige Bienenvölker aus
Übersee, sogenannte Paketbienen, importieren, sei es nur eine Frage der Zeit,
bis sich der Käfer auch in Europa ausbreite.
Gen-Honig aus Kanada in deutschen Supermärkten
Rapshonig aus Kanada ist mit gentechnisch veränderten Bestandteilen belastet.
Der Honig enthält Pollen von Raps Sorten, die in Europa nicht zugelassen sind.
Dies ergaben aktuelle Analysen von
Greenpeace Betroffen sind: "Kanadischer Raps-Klee-Honig" der Firma
Biophar "Clover Crest Kanadischer Kleehonig" der Firma Breitsamer Diese
Honige stehen in den Supermarktregalen ohne Kennzeichnung der Genveränderung.
Der Grund dafür liegt in einer absurden Gesetzeslücke: Nach Angaben des
Bundesverbraucherministeriums muss Honig nicht gekennzeichnet werden, weil
Pollen von Gen-Raps keine veränderten Organismen im Sinne des Gesetzes sind.
Temperatur entscheidet über
Klugheit
Honigbienen können das Lernverhalten
und die Kommunikationsfähigkeit ihrer Nachkommen selbst bestimmen. Entscheidend
ist dabei die Temperatur, bei der sich die Bienenpuppen entwickeln. Wachsen die
Insekten bei höchstens 34,5 °C heran, dann vergessen sie ihr angelerntes Wissen
leichter und führen weniger wirksame Schwänzeltänze auf. Die klügsten Bienen
entwickeln sich aus Puppen, die bei 36 °C gehalten werden. Das berichtet die
Arbeitsgruppe des Zoologen J. Tautz vom Biozentrum der Uni Würzburg.
Honig kann gegen Krebs
helfen
Die amerikanische Biochemikerin
Heidrun Gross (University of California) hat 25 Testpersonen einen Monat täglich
vier Esslöffel Buchweizenhonig verabreicht. Er enthält Polyphenole, die auch in
Obst stecken. Ergebnis: Je höher der Gehalt an Polyphenolen im verabreichten
Honig, umso höher auch der Anteil polyphenoler Antioxidatien im Blut, die helfen
Krebs und andere Krankheiten zu verhindern. Quelle „natur und kosmos“
Forscher: Bienen sind
doch keine genialen Baumeister
Wie die Universität Würzburg am
Dienstag bekannt gab, haben Forscher herausgefunden, dass Bienen keine exakten
sechseckigen Zellen bauen, sondern runde Zylinder. Danach erwärmen die Bienen
das Wachs, es beginnt zu fließen und nimmt automatisch die energetisch
sparsamste Form eines Sechsecks an. (Würzburg/dpa)
Geburtenkontrolle bei Bienen: Faule Eier werden gefressen
Allerdings legt jede tausendste Biene im Laufe ihres Lebens selbst einmal Eier.
Die sind unbefruchtet und würden sich zu männlichen Bienen entwickeln. Tautz:
"Diese Eier einer Arbeitsbiene stehen aber den Schwestern der 'Legerin'
genetisch gesehen nicht so nahe wie die Eier der Königin. Die Theorie der
Verwandtenselektion sagt konsequent vorher, dass demnach die Tanten ihre Neffen
bereits im Eistadium töten sollten - und das tun sie auch." Es hat nach den nun
publizierten Ergebnissen den Anschein, dass die Bienen eine für das Überleben
der Kolonie wichtige Verhaltensweise einsetzen, um die nicht entwicklungsfähigen
Eier ihrer Schwestern zu entfernen. Dabei vernichten sie "so ganz nebenbei" auch
die wenigen entwicklungsfähigen Eier und damit die aus Sicht einer Biene
genetisch nicht-unterstützenswerten Nachkommen. Veröffentlicht von: Robert
Emmerich 09.06.2004 Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Bienen fliegen nach Landkarten im Kopf
Bienen prägen sich deutschen Forschern zufolge Landkarten ein, um sich in ihrer
Umgebung zurechtzufinden. Sie orientieren sich anhand markanter Stellen der
Landschaft und erreichen so ihr Ziel. Die Tiere können viel mehr, als wir je
erwartet haben, sagte Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin zu seinen
in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlichten
Ergebnissen. Sie haben eine Gedächtnisstruktur für den Raum in ihren Köpfen, den
wir als Karte bezeichnen würden." Bisher hatten die Wissenschaftler angenommen,
dass Bienen sich hauptsächlich an aus Flugrichtung und Entfernung errechneten
Richtungspfeilen (Vektoren) orientieren.
Mit Bienen gegen Krebs
Honigbienen könnten
in Zukunft bei der Produktion von Krebsmedikamenten helfen: Die natürlichen
Erzeugnisse der Bienen wie Honig und Bienengift reduzieren bei Mäusen das
Wachstum von Krebstumoren und die Ausbreitung von Tochter-Geschwüren. Darauf
deutet eine Studie kroatischer Forscher hin. Die mit den Produkten behandelten
Mäuse lebten zudem länger als unbehandelte krebskranke Mäuse. Über ihre
Ergebnisse berichten Nada Oršoliæ von der Universität von Zagreb und ihre
Kollegen im Fachmagazin Journal of the Science of Food and Agriculture
(Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1002/jsfa.2041).
Pilz gegen Varroa-Milbe
Wissenschaftler der
Florida A&M UNiversity in Tallahassee stellten in der Oktober-Ausgabe (2004) des
"Agricultural Reasearch"-Magazins einen neuen Bekämpfungsansatz gegen die
Varroa-Milbe vor...
Die Wissenschaftler arbeiten an neuen Strategien um den gefürchteten
Bienenparasiten, die Varroa-Milbe, besser kontrollieren zu können. Dabei wurde
ein für die Milbe hoch pathogener Pilz Metarhizium anisopliae identifiziert.
Weder die Sporen noch der Pilz scheinen das Bienenvolk zu gefährden oder zu
beeinträchtigen. Die Wissenschaftler hängten Klebestreifen mit den Sporen in die
Bienenvölker. Die Bienen verbreiteten beim Versuch, die Streifen zu entfernen,
die Sporen im ganzen Volk. Während das Volk selbst offenbar unbeschadet
weiterlebte, starben die Milben bereits nach 3 bis 5 Tagen. Der Pilz zeigte noch
42 Tage nach dem Einbringen in das Volk einen wirksamen Schutz gegen die Milbe.
Nun wird der Kontakt zu Firmen gesucht um die diesen Ansatz kommerziell weiter
zu verfolgen. Quelle: J.W
Bienen haben besondere
Hirnfähigkeiten
Gesichter sind
einprägsam. Sich Hunderte von individuellen Gesichtszügen zu merken, fällt den
meisten Zeitgenossen nicht sonderlich schwer. Verdankt der Mensch diese
erstaunliche Fähigkeit womöglich der speziellen Bauart seines Gehirns?
Schließlich lösen einschlägige Aufgaben stets in einer ganz bestimmten
Gehirnregion emsige Aktivität aus.
USA: Traurige Zukunft für Hummeln
und andere Bestäuber
US-Wissenschaftler haben errechnet wie hoch der Dienstleistungswert von Hummeln und anderen Insekten in den USA ist. Demnach leisten die Insekten Bestäubungsdienste, die etwa 57 Mrd. Dollar wert sind. Traurige Bilanz am Rand: Von den fünf Hummelspezies, die in den USA heimisch sind, nehmen die Populationen von zwei Arten rapide ab und eine ist vom Aussterben bedroht. Ithaca/New York (pte/03.04.2006/11:51)
Kilometerzähler der Honigbienen entdeckt
[ www.wissenschaft-online.de/artikel/343684 ]
Mit der Entdeckung des "Kilometerzählers" haben die Wissenschaftler ein Rätsel gelöst, das dem Nobelpreisträger Karl von Frisch schon vor mehr als 50 Jahren Kopfzerbrechen bereitete: Von Frisch hatte entdeckt, dass Honigbienen, die eine bis zu mehrere Kilometer vom Bienenstock entfernte Futterquelle aufspüren, zum Stock zurück kehren und dort durch den so genannten Schwänzeltanz weitere Sammelbienen über die Futterquelle informieren. Der Tanz enthält auch Angaben über die Entfernung zwischen Stock und Futterplatz. Bis heute war aber unklar, wie die Bienen die geflogene Entfernung überhaupt messen können.
Lange galt die Auffassung, dass es der "Treibstoffverbrauch" während des Fluges sei, den die Bienen als Maß für die zurück gelegte Strecke nutzen. Anfang der 90er Jahre brachte dann der aus München stammende Biologe Harald Esch den neuen Gedanken in die Diskussion ein, dass die Messung der Entfernung über das Sehen der im Flug vorbei ziehenden Landschaft erfolgen könnte. Aber alle bisherigen Versuche, eindeutig zwischen diesen beiden Möglichkeiten zu unterscheiden, blieben erfolglos.
Den Durchbruch hat laut dem Würzburger Bienenforscher Jürgen Tautz nun eine Kombination aus zwei sehr unterschiedlichen Versuchsansätzen gebracht: der australische Sinnesbiologe Mandyam Srinivasan und seine Mitarbeiter erforschen seit Jahren, wie exakt Honigbienen einen Futterplatz wieder finden können, der in einem engen Tunnel plaziert ist (Science vom 4. Februar 2000). Beim Flug durch den Tunnel sehen die Bienen ein Streifenmuster an den Wänden, das sie als Orientierungshilfe nutzen. Tautz erforscht mit seinen Mitarbeitern am Biozentrum der Universität Würzburg die nach wie vor mit vielen Rätseln behaftete Tanzsprache der Honigbienen. Zur Bearbeitung des Problems, wie die Bienen im Gelände die Informationen über den Flugweg sammeln, um diese später an ihre Stockgenossinnen weiter geben zu können, taten sich die Würzburger Biologen mit der australischen Gruppe zusammen.
Die Bienen fliegen im Experiment durch einen sechs Meter langen Tunnel zu einer kleinen Schale mit Zuckerwasser. Die Wände des Tunnels sind mit einem unregelmäßigen Muster aus weißen und schwarzen Quadraten bedeckt. Die Bienen fliegen durch den Tunnel zurück in den Stock und berichten dort im Tanz über die Futterstelle. Überraschenderweise führen sie dabei solche Schwänzeltänze auf, die ausschließlich Futterstellen anzeigen, die weiter als 100 Meter entfernt liegen. Also müssen die "Tunnelfliegerinnen" glauben, sie wären weiter als 100 Meter geflogen. Da im Flug über freies Gelände die Länge der Schwänzelphase exakt mit der Flugstrecke wächst, konnten die Forscher die Bienen sogar "fragen", wie weit sie denn geflogen zu sein glaubten. Dabei zeigte sich, dass die Bienen den Sechs-Meter-Flug durch den gemusterten Tunnel für einen Flug über eine Distanz von 200 Metern gehalten hatten!
Tautz: "Es ist das an den fliegenden Bienen vorbei ziehende Bild der Umgebung, der so genannte optische Fluss, den die Bienen als Kilometerzähler nutzen." Dies könne man zeigen, indem man die Wände des Tunnels mit Streifen bedeckt, die parallel zur Flugrichtung liegen. Dieses Muster erzeugt keinen optischen Fluss, und die Sammelbienen tanzen dann konsequenterweise keinen Schwänzel-, sondern einen Rundtanz. Mit einem solchen Tanz beschreiben die Bienen Futterquellen, die näher als 100 Meter am Stock liegen.
Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass der optische Kilometerzähler von der Fluggeschwindigkeit unabhängig ist - genau wie der Kilometerzähler von Autos, der die Radumdrehung unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit misst. Anders als bei Autos funktioniert der Kilometerzähler der Honigbienen aber nicht absolut, sondern auf die Umgebung bezogen: Fliegt eine Biene durch dichte Vegetation, so kommen durch die Nähe von Bäumen und Büschen starke Bildverschiebungen zu Stande. Bei einem Flug über freies Gelände gilt das Umgekehrte. Als Resultat zeigt der Kilometerzähler unterschiedlich lange Flugwege bei identisch langen Flugstrecken an - je nachdem, wie die Umgebung aussieht.
Dies sei aber, so Tautz, kein Konstruktionsfehler, sondern eine höchst raffinierte Anpassung. Der scheinbare Fehler sei für die "Bienensprache" ohne Belang, da die Bienen, die nach den Angaben der Tänzerin ausfliegen, die Kilometerangabe ja im selben Biotop wie die Tänzerin abarbeiten, also genau den gleichen "Fehler" machen und somit zur gleichen Distanzangabe wie die Tänzerin gelangen. Außerdem arbeite ein Kilometerzähler, der sich der jeweiligen Komplexität der Landschaft anpasst, enorm ökonomisch: So werde im Gedächtnis der Bienen nie mehr Speicherplatz belegt als nötig.
Quellen: Universität Würzburg