Wildbienen

Wildbienen

In Deutschland gibt es ca. 500 Wildbienenarten, in Europa ca. 700. Sie sind unterteilt in sieben Familien. Sechs Familien gehören zur Gattung Solitärbienen (Einsiedlerbienen). Eine Familie (echte Bienen) zu denen die Honigbienen, Hummeln und Kuckuchshummeln (Schmarotzerhummeln) gehören.

Wildbienen (Apoidea) sind solitär (einzeln) lebende Bienen und zählen zu den Stechimmen (Hymenoptera Aculeata). Sie sind die artenreichsreichste Insektenordnung in Deutschland. Als weitverbreitete Bestäuber, und ihrer Anpassung an viele Wild und Nutzpflanzen, sind sie unentbehrlich. Die Bundesartenschutzverordnung von 1986 stellt deshalb alle Arten von Bienen und Hummeln unter Schutz.

Wildbienenarten sind auf Niststandorte und auf ihre Nahrungspflanzen angewiesen, so daß sie nur dort vorkommen. Hauptbestandteil der Larvennahrung ist der Pollen. Es gibt Bienen die ausschließlich an eine Pflanzenart gebunden sind (oligolektisch), andere Arten besuchen verschiedene Pflanzenarten (polylektisch).

Von den ca. 380 nestbauenden Wildbienenarten in Deutschland nisten 70% im Erdboden, anderen nisten über dem Boden, vor allem in pflanzlichem Material.

Erdboden, Steilwände: Wald- und Waldrandboden, Feld- und Wiesenränder, Böschungen, trockene Feldwiesen, Streuobstwiesen, Magerrasen, Brachen, Sand-, Kies- und Lehmgruben, naturnahe Gärten und Parks bieten vielen Arten Nistplätze. Erdhummeln suchen sich verlassene Bauten von Kleinsäugern, Solitärbienen graben sich Nistgänge mit ihren Mandibeln und Beinen. Ein Vertreter ist die Sandbiene Andrena nitida, die sich aber nicht auf bestimmte Bodentypen beschränkt.

Oberflächen, Vertiefungen: Einige Arten bauen ihre Nester nicht in Röhren, sondern freistehend mit Harz oder mineralischen oder pflanzlichem Mörtel an der Erdoberfläche.

Morsches Altholz: Morsche Baumstümpfe und Äste sowie morsche Balken von Schuppen, und Ställen stellen geeignete Nistplätze für viele Bienenarten, die ihre Nistgänge selbst ausnagen, teils vorhandene Gänge nutzen. Ein Beispiel ist die Blattschneiderbiene Megachile willughbiella, die in morschem Holz unter der Rinde, aber auch in Fugen von Fachwerkhäusern und Trockenmauern nistet. In größeren Hohlräumen, z. B. ehemaligen Vogelnestern, nisten Baum- und Wiesenhummeln (Bombus hypnorum + pratorum).

Markhaltige Stengel: Pflanzenstengel, deren Mark schrumpft oder leicht entfernt werden kann, sind die Wiegen vieler Wildbienenarten. Ein Vertreter dieser Gruppe ist die verbreitete Maskenbiene (Hylaeus brevicornis), die von Anfang Juni bis Anfang September in naturnahen Gärten und Parks zu finden ist. Sie legt in dürren Zweigen von Brombeeren und Himbeeren und auch in Käferfraßgängen in altem Holz 2–7 Brutzellen an.

Gallen, Schneckenhäuser: Manche Arten haben sich auf Gallen spezialisiert. Die Ablage von Eiern und Pollenvorräten in einem Schneckenhaus stellt eine weitere Spezialisierung dar, die in Mitteleuropa nur bei Mauerbienen (Osmia spec.) vorkommt.


Schmarotzerbienen bauen keine eigenen Nester sondern benutzen die Nester und Nahrungsvorräte anderer Bienenarten für ihre Nachkommen. „Kleptoparasiten“ dringen in die Nester von Einsiedlerbienen ein, besetzen deren Brutzellen platzieren dort ihre Eier, bevor die Wirtsbiene ihre eigenen Eier legt. Die Larven der Kleptoparasiten ernähren sich von den Nahrungsvorräten, die das Wirtsweibchen angelegt hat. „Sozialschmarotzer“ töten die einheimische Königin die Arbeiterinnen ziehen den Nachwuchs der Schmarotzer auf. z.B. Kuckucksbienen sie sind Brutschmarotzer, und legen ihre Eier in die Brutzellen anderer (Solitärer) Bienenarten. Die Kuckucksbienen, die sich in verschiedenen Bienengattungen finden, erscheinen etwas später im Jahr als die Wirte, um schon proviantisierte Nester vorzufinden.